Programm
Leitgedanken und Themen von G. Fürst
Die Schulter, „Drehscheibe des menschlichen Handelns“, vereint Beweglichkeit, Kraft, Feinsteuerung und
Körperausdruck. Ihr großer Bewegungsumfang ist zugleich Stärke und Schwachstelle: Stabilität entsteht
weniger durch knöcherne Führung als durch ein präzises Zusammenspiel von Haltung, Gelenken, Muskeln,
Sehnen, Faszien und sensomotorischer Kontrolle. Schon kleine Störungen dieses komplexen Systems können
Schmerzen, Funktionseinschränkungen und letztlich „degenerative“ Veränderungen auslösen. So entstehen
Impingement-Syndrome, Tendopathien, Arthrosen, entzündliche Prozesse. Weitere Probleme sind Frakturen,
Luxationen sowie Verletzungen der Rotatorenmanschette, des Labrums und des Kapsel-Band-Apparats.
Diagnostik und Therapie der Schulter bedürfen einer funktionellen Betrachtungsweise. Die Schulter ist Teil
einer Bewegungskette von Rumpf und Wirbelsäule über den Schultergürtel bis zu Ellenbogen und Hand.
Auch die Atmung und psychische Belastungen spielen funktionell eine oft übersehene Rolle. Fehlbelastung,
mangelnde thorakale Beweglichkeit, gestörte skapulothorakale Koordination, myofasziale Dysbalancen,
Triggerpunkte und sogar weit entfernte Störfelder können Beschwerden unterhalten oder dominieren.
Körpersprache? Wir „tragen“ Verantwortung und alte Lasten auf den Schultern, „ziehen unbewusst
die Schultern hoch“, um uns zu schützen und „lassen uns hängen“, wenn wir erschöpft oder niedergeschlagen
sind. Stress, Angst und Überforderung verändern Faszienspannung, Muskeltonus, Atmung,
Haltung und Schmerzwahrnehmung. Diese Zusammenhänge sind keine triviale Symboldeutung, sondern
Ausdruck der überlasteten psychophysiologischen Regulation (Psyche, vegetatives Nervensystem, Sensomotorik
und muskuloskelettales System).
Dieses ganzheitliche Verständnis ermöglicht, Patienten mit Schulterbeschwerden besser zu verstehen und multimodal zu behandeln. Hier überschneiden sich die Arbeitsfelder von Ärzten, Physiotherapeuten und Heilmasseuren.
Man sollte stets intraartikuläre, periartikuläre und extraartikuläre Faktoren unterscheiden. Oft schmerzt die
„Periarthropathie“ mehr als das Gelenk selbst. Dabei spielen myofasziale Beschwerden und Dysfunktionen
eine entscheidende Rolle. Wenn Muskelschmerzen trotz adäquater Therapie persistieren oder sich weit
ausbreiten, ist eine vertiefte Abklärung angezeigt: Fehlernährung, Vitaminmangel, andere Mikronährstoffdefizite,
Nebenwirkungen von Medikamenten sowie latente Entzündungen („Silent Inflammation“) können
gravierende myofasziale Syndrome auslösen, verstärken oder chronifizieren. In unserer Tagung widmen
wir auch diesen Gesichtspunkten zwei spannende Beiträge.
Im Praxisteil „Manipulativmassage der Schulter“ wollen wir erarbeiten, dass diese Kombination von
geführter Mobilisation im schmerzfreien Bereich und dosierter Weichteiltechnik eine geradezu ideale
Therapieoption darstellt, selbst bei starken Schmerzen und postoperativen Zuständen.
Das detailierte Programm finden Sie unter Download - Allgemein -15. ÖAFM Herbsttagung 2026
Infos:
- Seminargebühr:
Freitag und Samstag, Mitglieder der ÖAFM: € 240,00; Nichtmitglieder: € 320,00 Einzelner Tag jeweils € 160,00 - Anmeldung:
online bis spätestens 06.11. November 2026, unten angeführtes Formular - Nähere Informationen bei Kurt Schimpl
Tel.: 0664 / 53 52 625
Mail: office@manipulativmassage.at - Erst mit der Einzahlung der Kursgebühr ist der Seminarplatz reserviert.
Bitte die Teilnahme detailliert für den jeweiligen Tag bekannt geben! - Unterkunft:
Hotel Brauhaus zu Murau, www.brauhaus-murau.com - Inkludierte Leistungen: Pausenverpflegung sowie Mittagessen Freitag und Samstag
- Für die ÖAFM
Medizinischer Beirat - Dr. Gerhard Fürst
Organisation Kurt Schimpl
e-mail: office@manipulativmassage.at
Bankverbindung:
Volksbank
ÖAFM
IBAN: AT02 4477 0210 5560 0000

